Polnischer Sozialrat unterstützt den Protest an der Grenze!

Polska Rada Społeczna - Bez kategorii - Polnischer Sozialrat unterstützt den Protest an der Grenze!

Der Polnische Sozialrat als Mitbegründer und Initiator des Bundesnetzwerkes Partizipation und Soziales unterstützt den Protest an der Grenze

Pressemitteilung

Das Polnische Bundesnetzwerk Partizipation und Soziales unterstützt die seit drei Wochen andauernden Proteste entlang der deutsch-polnischen Grenze unter dem Titel „Lasst uns zur Arbeit! Lasst uns nach Haus!“.

Die Proteste haben einen ersten Erfolg erzielt! Ein Teil der Forderungen wurde erfüllt: die Grenzpendler*innen dürfen seit 04.05.2020 täglich wieder die Grenze passieren, ohne in die 14-tägige Quarantäne geschickt zu werden.

Leider ist die medizinische Branche von der Regelung ausgenommen und die Grenze ist nicht an allen Grenzübergängen für die Pendler*innen passierbar.

Das Schengen-Abkommen ermöglichte seit 2007 die Entstehung eines engen Netzwerks an grenzübergreifenden Anstellungen, zu denen gerade in der Epidemie die medizinischen Fachkräfte als besonders unverzichtbar gehören. Doch während wir uns offiziell bei den medizinischen Fachkräften als ganze Gesellschaft bedanken, wird ausgerechnet diese Gruppe aus den neuen Grenzregularien, die ein Quarantäne-freies Pendeln ermöglichen, ausgeschlossen. Dies stellt in unseren Augen eine illegitime Diskriminierung einer besonders wichtigen Berufsgruppe dar, die darüber hinaus einem medizinisch-ethischen Ethos folgt und gleichzeitig auch, wie die anderen Berufsgruppen, nach Wochen der Grenzschließung zu Hause administrativen und familiären Verpflichtungen nachkommen muss.

Tausende polnische Fachkräfte, Mediziner (Ärzte, Pflegekräfte, Apotheker etc.) Bauarbeiter, Handwerker arbeiten täglich in Deutschland. Die Bedeutung ihrer Arbeit für das Funktionieren deutscher Städte und Dörfer gerade in Zeiten einer Pandemie darf nicht unterschätzt werden. Aber auch für polnische Metropolen, wie Stettin, darf man die Funktion der Grenzpendler*innen nicht ignorieren.

Der Grenzraum zu Deutschland stellt für die Entscheidungsträger in Warschau einen schwierigen politischen Grenzbereich dar, der komplexe Lösungsstrategien erfordert, bislang jedoch zu einem Geflecht undurchsichtiger Lösungsstrategien geführt hat.

Gleichzeitig stellen Bürger*innen polnischer Herkunft, darunter auch Grenzpendler*innen, die zweitgrößte Gruppe der deutschen Migrant*innen dar, die seit vielen Generationen nicht nur in den wirtschaftlichen, sondern vor allem auch in den sozialen und kulturellen Lebensbereichen zu einer festen Größe geworden sind.

Daher protestieren die Grenzbewohner*innen auf der deutschen und polnischen Seite wieder am kommenden Freitag am 8.05.2020 um 19:00 Uhr am Grenzübergang in Linken/ Lubieszyn mit Unterstützung der deutschen und polnischen Ärztekammer.

Wir unterstützen deshalb die Forderungen von Katarzyna Werth, Mitglied des Bundesnetzwerkes, sowie Initiatorin der Petition und Organisatorin der Proteste in Linken und schließen uns dem Protest in Linken/ Lubieszyn hiermit an!

Kontakt: Katarzyna Werth: Katarzyna.werth@icloud.com

Das Polnische Bundesnetzwerk Partizipation und Soziales versteht sich als Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien (in Polen, Deutschland und Europa). Der Sprecher*innenrat repräsentiert das Netzwerk nach innen und außen. Die für den Sprecher*innenrat ausgewählten Personen kommen aus Bayern (Patrycja Marek, PORADA – Polnischsprachige Psychologen und Pädagogen in Bayern e.V.), Berlin, (Dr. Kamila Schöll-Mazurek, Polnischer Sozialrat e.V.), Mecklenburg -Vorpommern (Katarzyna Werth, Deutsch-Polnischer Verein für Kultur und Integration e.V.), Nordrhein-Westfalen (Joanna Szymanska, Polregio e.V.) und Sachsen-Anhalt (Krzysztof Blau, Deutsch-Polnische Gesellschaft).