
Programm
Speakers


















Publikationen
Zwischen Freizügigkeit und Ausschluss: EU-Arbeitsmigration nach Deutschland kompakt
Kamila Schöll-Mazurek, Blanka Adamkiewicz, Julia Bökelmann
Diese Broschüre bietet einen kompakten Überblick über zentrale Entwicklungen, Herausforderungen und politische Handlungsfelder im Bereich der EU-Arbeitsmigration nach Deutschland. Dabei wird deutlich, dass EU-Bürger*innen zwar einen nennenswerten Teil der Zugewanderten in Deutschland ausmachen, politisch und öffentlich jedoch oft unsichtbar bleiben. Viele sind unterhalb ihres Qualifikationsniveaus und oftmals prekär beschäftigt. Zudem ist der Zugang zu Sozialleistungen erschwert. Erstmals zeichnet sich außerdem negative Wanderungssalden von EU-Bürger*innen aus Mittel- und Osteuropa ab. Verbesserte Arbeits- und Lebensbedingungen könnten Abwanderung reduzieren und Fachkräfte langfristig binden.
Between Freedom of Movement and Exclusion: EU Labour Migration to Germany: a Concise Overview
Kamila Schöll-Mazurek, Blanka Adamkiewicz, Julia Bökelmann
This booklet provides a concise overview of key developments, challenges and areas for policy action in the field of EU labour migration to Germany. It becomes clear that, whilst EU citizens make up a significant proportion of immigrants in Germany, they often remain invisible in political and public discourse. Many are employed in jobs below their skill level and often in precarious employment. Furthermore, access to social benefits is hampered. For the first time, there are also signs of a net outflow of EU citizens from Central and Eastern Europe. Improved working and living conditions could reduce emigration and retain skilled workers in the long term.
EU-Einwanderung im „Ländle“
Jennifer Mazur
Das Factsheet zur EU-Einwanderung in Baden-Württemberg beleuchtet die Lebens- und Arbeitssituation von EU-Bürger*innen im Bundesland. Im Fokus stehen ihre Teilhabe am Arbeitsmarkt, bestehende Zugangsbarrieren und die Situation von Saisonarbeitskräften sowie Grenzpendler*innen. Die Publikation zeigt, dass EU-Einwanderung für Baden-Württemberg von großer Bedeutung ist, vorhandene Potenziale jedoch nicht vollständig genutzt werden und Verbesserungen bei den Arbeits- und Lebensbedingungen notwendig sind.
Na saksy – Sachsengänger*innen. Region in Bewegung, Chancen im Stillstand?
Caroline Schuhmaier
Dieses Factsheet beleuchtet die Bedeutung von (EU-)Migrant*innen für den sächsischen Arbeitsmarkt, insbesondere vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und demografischem Wandel. Im Fokus stehen die Situation ausländischer Beschäftigter sowie die besondere Rolle polnischer und tschechischer Grenzpendler*innen. Die Publikation zeigt bestehende Herausforderungen und prekäre Beschäftigungsbedingungen auf und verdeutlicht, welchen wichtigen Beitrag Zuwanderung zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes – insbesondere im ländlichen Raum – leistet.
EU-Bürger*innen in Mecklenburg-Vorpommern – Europa lebt an der Grenze
Joanna Szymanska-Bica, Jennifer Mazur
Welche Rolle spielt EU-Zuwanderung für Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere für die deutsch-polnische Grenzregion? Das Factsheet nimmt die Entwicklung von Zuwanderung und Beschäftigung in den Blick und zeigt die wachsende Bedeutung von EU-Bürger*innen für den regionalen Arbeitsmarkt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf polnischen Grenzpendler*innen sowie auf der Frage, wie gute Arbeits- und Lebensbedingungen und stabile Strukturen im Grenzraum langfristig gesichert werden können.
Anerkennung statt Ausgrenzung – Barrieren im Arbeitsmarktzugang ausländischer Fachkräfte: Problemlage und Empfehlungen
Krzysztofa Bieniak
Viele (EU-)Zugewanderte bringen berufliche und akademische Qualifikationen mit, können diese auf dem deutschen Arbeitsmarkt jedoch nicht oder nur eingeschränkt nutzen. Das Policy Paper untersucht Hürden bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse – von komplexen Verfahren über fehlende Beratungsangebote bis hin zu Lücken bei Nachqualifizierungen. Anhand zweier Fallstudien und ausgewählter Good-Practice-Beispiele zeigt es, wie Anerkennungsverfahren zugänglicher gestaltet und Fachkräfte gezielter auf ihrem Weg in qualifikationsgerechte Beschäftigung unterstützt werden können.
Plattformarbeiter*innen – Hindernisse für die Beteiligung
Joanna Bronowicka
Von Lieferdiensten und Fahrdienstvermittlung bis hin zu Online-Freelancing und Arbeit in privaten Haushalten: Plattformarbeit umfasst sehr unterschiedliche Tätigkeiten und Beschäftigungsformen. Das Issue Paper untersucht, welche strukturellen, rechtlichen, institutionellen und sozialen Barrieren die soziale und demokratische Teilhabe von Plattformarbeiter*innen erschweren. Besonderes Augenmerk gilt dabei migrantischen und anderen besonders vulnerablen Beschäftigtengruppen sowie der Frage, wessen Erfahrungen in der öffentlichen Debatte über Plattformarbeit bislang wenig sichtbar sind.
Platform workers – barriers to participation
Joanna Bronowicka
From delivery services and ride-hailing to online freelancing and work in private households: platform work encompasses a wide variety of activities and forms of employment. This issue paper examines the structural, legal, institutional and social barriers that hinder the social and democratic participation of platform workers. Particular attention is paid to migrant workers and other particularly vulnerable groups of workers, as well as to the question of whose experiences have so far been largely overlooked in the public debate on platform work.
Demokratische Beteiligung an der Plattformwirtschaft
Joanna Bronowicka
Wie organisieren sich Beschäftigte, wenn klassische Formen der Mitbestimmung in der Plattformarbeit an ihre Grenzen stoßen? Das Practice Paper richtet den Blick auf Basisgewerkschaften, Beschäftigtenkollektive und andere neue Formen der Selbstorganisation. Es zeigt, wie diese Initiativen Austausch, Vernetzung und demokratische Beteiligung ermöglichen – gerade auch für migrantische Plattformarbeiter*innen – und diskutiert zugleich, welche Unterstützung sie benötigen, um langfristig wirksam zu sein.
Democratic participation in the platform economy
Joanna Bronowicka
How do workers organise themselves when traditional forms of co-determination in platform work reach their limits? This practice paper focuses on grassroots trade unions, workers’ collectives and other new forms of self-organisation. It shows how these initiatives facilitate exchange, networking and democratic participation – particularly for migrant platform workers – whilst also discussing the support they need to be effective in the long term.
Hürden der Partizipation von EU-Bürger*innen im ländlichen Raum Niedersachsens
Katrin Matusik
Das Policy Paper untersucht die gesellschaftliche und politische Teilhabe von EU-Bürger*innen im ländlichen Niedersachsen. Auf Grundlage von Interviews mit Akteur*innen aus Verwaltung, Beratung, Zivilgesellschaft und Arbeitsmarkt beleuchtet es Hürden wie fehlende Infrastruktur, Sprachbarrieren und eingeschränkte Beratungs- und Mobilitätsangebote. Zugleich stellt die Publikation erfolgreiche Ansätze vor und zeigt, welche Rolle lokale Netzwerke, selbstorganisierte Communities und niedrigschwellige Angebote für Integration und Teilhabe spielen können.
Social Media
Presse
Presseinformation
Freizügig – aber auch gleichberechtigt beteiligt?
EU-Fachkonferenz in Berlin nimmt die Lebensrealität von EU-Bürger*innen in Deutschland in den Blick – unter der Schirmfrauschaft von Katarina Barley und Katarina Niewiedzial
Berlin, 1. Oktober 2026 – Millionen EU-Bürger*innen leben und arbeiten in Deutschland. Sie nutzen die europäische Freizügigkeit, sichern Arbeits- und Fachkräftebedarfe, gründen Familien und gestalten Städte und Regionen mit. Doch wie gleichberechtigt sind sie tatsächlich am gesellschaftlichen und politischen Leben beteiligt?
Wie nehmen EU-Bürger*innen Deutschland und seine Institutionen wahr? Welche Erfahrungen machen sie mit Freizügigkeit und den Chancen eines gemeinsamen europäischen Arbeits- und Lebensraums? Wo erleben sie gleichzeitig fehlende Anerkennung ihrer Qualifikationen, begrenzte berufliche Aufstiegsmöglichkeiten, Diskriminierung oder politische Unsichtbarkeit? Und was bedeuten solche Erfahrungen für Zugehörigkeit, institutionelles Vertrauen und das Verhältnis zur Demokratie?
Damit berührt die Situation von EU-Bürger*innen eine grundlegende Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts: Was bedeutet Zugehörigkeit in einer Gesellschaft, in der Herkunft, Staatsangehörigkeit, Arbeitsort und Lebensmittelpunkt längst nicht mehr selbstverständlich zusammenfallen?
Diesen Fragen widmet sich die EU-Fachkonferenz „Zwischen Freizügigkeit und demokratischer Teilhabe – EU-Migration als gelebter Zusammenhalt“, zu der der Polnische Sozialrat e. V. am 1. Oktober 2026 in das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Berlin einlädt.
Die Konferenz bringt Vertreter*innen aus europäischer und deutscher Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Beratung und Zivilgesellschaft zusammen. Zu den Mitwirkenden gehören unter anderem Dr. Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Katarina Niewiedzial, Beauftragte des Berliner Senats für Partizipation, Integration und Migration, Bettina Wagner, Referentin Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer*innen, Prof. Dr. Magdalena Nowicka vom DeZIM-Institut sowie der Journalist und Buchautor Olaf Sundermeyer.
Ausgangspunkt der Diskussion sind aktuelle Arbeitsergebnisse des Polnischen Sozialrates zur Lebensrealität EU-Bürger*innen in Deutschland. Im Fokus stehen politische Partizipation und institutionelles Vertrauen, Erfahrungen von Demokratieskepsis, Partizipation und Diskriminierung, die Situation von Frauen und mobilen EU-Bürger*innen in Grenzregionen sowie strukturelle Versorgungslücken bis hin zu Wohnungs- und Obdachlosigkeit. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf politischer Teilhabe im ländlichen Raum.
In drei parallelen Fachforen werden zentrale Spannungsfelder vertieft: Demokratieskepsis und institutionelles Vertrauen bei EU-Bürger*innen in Deutschland, Antislawismus als strukturelle Diskriminierungsform sowie Freizügigkeit: zwischen europäischem Rechtsanspruch und gelebter Realität.
Die Konferenz stellt damit eine zentrale Frage zur Diskussion: Reicht die rechtlich garantierte Freizügigkeit aus, oder braucht ein gemeinsamer europäischer Lebens- und Arbeitsraum auch neue Antworten auf soziale, gesellschaftliche und demokratische Teilhabe?
Veranstaltung
EU-Fachkonferenz
„Zwischen Freizügigkeit und demokratischer Teilhabe – EU-Migration als gelebter Zusammenhalt“
1. Oktober 2026 | 9:30–17:00 Uhr
Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments
Unter den Linden 78
10117 Berlin
Veranstalter:
Polnischer Sozialrat e. V.
Pressekontakt
Polnischer Sozialrat e. V.
Joanna Szymańska-Bica
joanna.szymanska-bica@polskarada.de
Tel. 0151 23770713
