Wie lässt sich sprachliche Vielfalt im Bildungssystem besser berücksichtigen – und wie können Eltern wirksamer beteiligt werden? Darüber diskutierten am 25. Juni 2026 in Berlin Vertreter*innen migrantischer Organisationen und der öffentlichen Verwaltung.
Im Mittelpunkt des Workshops „Mehrsprachigkeit und Elternbeteiligung im Bildungssystem“ stand die Frage, wie Mehrsprachigkeit dauerhaft in Bildungsplanung und schulischer Praxis verankert werden kann. Dabei nahmen die Teilnehmenden auch die Umsetzung bestehender Beschlüsse der Kultusministerkonferenz in den Blick.
Die Diskussion machte deutlich: Sprachliche Vielfalt ist keine Herausforderung, die lediglich verwaltet werden muss, sondern eine wichtige Ressource für Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Damit diese Ressource sichtbarer wird, braucht es verlässliche Daten, geeignete Strukturen und eine stärkere Berücksichtigung mehrsprachiger Lebensrealitäten.
Erörtert wurden unter anderem die Möglichkeiten einer erweiterten Schulstatistik, die Bedeutung von Mehrsprachigkeit für die Bildungsplanung sowie konkrete Wege, mehrsprachige Kompetenzen von Schülerinnen und Familien besser anzuerkennen. Auch die Rolle der Elternbeteiligung wurde intensiv diskutiert: Eltern sollen nicht nur informiert, sondern als aktive Partnerinnen in Bildungsprozesse einbezogen werden.
Ein zentrales Ergebnis des Workshops war der gemeinsame Appell, politischen Grundsatzbeschlüssen konkrete Maßnahmen folgen zu lassen. Eine nachhaltige Verankerung von Mehrsprachigkeit kann nur gelingen, wenn Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft enger und kontinuierlich zusammenarbeiten.
Die Erkenntnisse und Vorschläge aus dem Workshop fließen nun in ein Policy Paper ein. Es wird praxisnahe Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger*innen formulieren und aufzeigen, wie Mehrsprachigkeit im Bildungssystem strukturell gestärkt werden kann.

