Frauenvernetzung stärkt demokratische Beteiligung in Mecklenburg-Vorpommern
Wie können Frauen mit und ohne Migrationsgeschichte ihre Perspektiven stärker in Politik und Gesellschaft einbringen? Darüber diskutierten engagierte Frauen, EU-Bürgerinnen, Polinnen und Ukrainerinnen bei der Europäischen Frauenvernetzung „Ost“ in Grambow und Schwerin.
Vom 28. bis 30. Juni 2026 kamen Frauen aus verschiedenen Communities und Organisationen unter dem Motto „Demokratie braucht Beteiligung – Frauen gestalten Gesellschaft vor Ort“ zusammen. Im Mittelpunkt standen Vernetzung, Empowerment, interkultureller Dialog und die Frage, wie demokratische Beteiligung vor Ort gestärkt werden kann.
Das Treffen fand gut zwei Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern statt. Zehntausende Menschen aus anderen EU-Staaten leben und arbeiten im Bundesland, engagieren sich in Vereinen und Initiativen und tragen zum sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben bei. Bei Landtagswahlen sind sie jedoch nicht wahlberechtigt. Umso wichtiger sind zivilgesellschaftliche Räume, in denen ihre Erfahrungen, Anliegen und Beiträge sichtbar werden und Eingang in die öffentliche Debatte finden.
Kompetenzen sichtbar machen, Netzwerke stärken
Das dreitägige Programm verband politische Gespräche mit praktischen Empowerment-Formaten. Die Teilnehmerinnen setzten sich mit ihren Kompetenzen, Potenzialen und Ressourcen auseinander und entwickelten Perspektiven für ihr gesellschaftliches und politisches Engagement.
Workshops zu Resilienz, Mental Load, Selbstfürsorge und Entspannung ergänzten das Programm. Zugleich erhielten die Frauen Gelegenheit, ihre Anliegen direkt mit politischen Entscheidungsträger*innen zu diskutieren. Dazu gehörten Gespräche im Internationalen Haus, ein Austausch mit der Integrationsbeauftragten des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Jana Michael, ein Treffen mit Staatssekretärin Susanne Bowen sowie ein Besuch des Landtags.
„Die Zivilgesellschaft der Europäischen Union ist Motor gesellschaftlichen Wandels, kommunalpolitisches Engagement das Herz der Demokratie. Sie lebt von Menschen, die Brücken bauen, wo andere Grenzen ziehen“, betont Joanna Szymańska-Bica vom Polnischen Sozialrat. Frauen schafften Räume des Vertrauens, vermittelten zwischen Communities und Institutionen und stärkten Beteiligung dort, wo Demokratie im Alltag konkret werde.
Katarzyna Werth von Part of Europe e.V. unterstreicht die Bedeutung dieses Engagements für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhalt: „Frauen leisten seit Generationen einen unverzichtbaren Beitrag – durch ihre Arbeit, ihr ehrenamtliches Engagement, ihre Fürsorge und ihre Fähigkeit, Gemeinschaft zu stiften.“
Gemeinsame Verantwortung für ein demokratisches Europa
Die Teilnehmerinnen verständigten sich darauf, auch künftig Räume für Begegnung, Dialog und gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, demokratische Beteiligung über Generationen, soziale Milieus und nationale Grenzen hinweg zu stärken und Menschen zu ermutigen, sich aktiv in ihren Gemeinden und Städten einzubringen.
„Wir stehen für ein demokratisches Europa, für eine starke Zivilgesellschaft und für den Mut, Brücken statt Mauern zu bauen“, erklärt Olha Cherniak von Nord Haus UA e.V.
Zum Abschluss unterzeichneten die beteiligten Organisationen eine gemeinsame Erklärung. Darin bekräftigen sie ihre weitere Zusammenarbeit und ihr Engagement für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und starke europäische Netzwerke.
Die gemeinsame Erklärung steht hier zum Download bereit.
https://polskarada.de/wp-content/uploads/2026/08/Erklaerung_Frauenvernetzung.pdf
Förderhinweis
Die Veranstaltung wurde vom Polnischen Sozialrat e.V. im Rahmen des Kooperationsverbunds „Vielfalt und Zusammenhalt“ durchgeführt. Der Kooperationsverbund wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Robert Bosch Stiftung GmbH gefördert.
