Frauen aus Polen und der Ukraine zwischen Arbeitsmarkt, Diskriminierung und politischer Teilhabe
Samstag, 4. Juli 2026, 12:10–13:10 Uhr
Martas Gästehäuser, Raum Leipzig
Lehrter Str. 68, 10557 Berlin, Nähe Hauptbahnhof
Frauen aus Polen und der Ukraine prägen seit Jahren Arbeitsmärkte, Nachbarschaften, Familien, Communities und zivilgesellschaftliche Strukturen in Deutschland. Dennoch werden sie häufig vor allem funktional wahrgenommen: als Arbeitskräfte, Sorgeleistende, Mütter, Pflegekräfte, Reinigungskräfte, Geflüchtete oder Hilfsempfängerinnen. Deutlich seltener erscheinen sie als politische Akteurinnen, Interessenvertreterinnen, Community-Organisatorinnen und Expertinnen ihrer eigenen Lebensrealitäten.
Das Panel fragt, wie Frauen aus osteuropäischen Communities in Deutschland wahrgenommen werden, wo sie Ausschluss, Abwertung und Diskriminierung erleben und was es braucht, damit ihre Perspektiven politisch sichtbarer, selbstbestimmter und wirksamer eingebunden werden.
Im Mittelpunkt stehen zwei Perspektiven: Die polnische Perspektive auf EU-Freizügigkeit, Arbeitsmigration, prekäre Beschäftigung, Behördenkontakte und institutionelle Diskriminierung sowie die ukrainische Perspektive auf Fluchtmigration seit dem russischen Angriffskrieg, Community-Selbstorganisation, Antidiskriminierungsarbeit und politische Sichtbarkeit.
Mit Dr. Kamila Schöll-Mazurek vom Polnischen Sozialrat wird insbesondere die Situation polnischer und anderer osteuropäischer EU-Bürgerinnen in den Blick genommen. Obwohl sie formal freizügigkeitsberechtigt sind, erleben viele im Alltag weiterhin Ausschluss, Abwertung, prekäre Arbeitsbedingungen und politische Unsichtbarkeit. Dabei geht es auch um anti-osteuropäische, antislawische und klassistische Zuschreibungen, um den Zugang zu Rechten und um die Frage, wie polnische Frauen gesellschaftlich und politisch stärker sichtbar werden können.
Oleksandra Bienert von CineMova e.V. und der Allianz Ukrainischer Organisationen bringt die Perspektive ukrainischer Frauen in Berlin ein. Im Fokus stehen Flucht, Krieg, Selbstorganisation, ukrainischsprachige Antidiskriminierungsberatung sowie die Frage, wie ukrainische Frauen nicht nur als Schutzsuchende oder Betroffene, sondern als politische, kulturelle und zivilgesellschaftliche Akteurinnen wahrgenommen werden.
Das Gespräch setzt polnische und ukrainische Erfahrungen nicht gleich, sondern fragt vergleichend: Wo unterscheiden sich die Ausgangslagen? Wo zeigen sich ähnliche Muster von Abwertung, Funktionalisierung und Unsichtbarmachung? Und welche Strukturen, Rechte, Räume und Bündnisse braucht es, damit osteuropäische Frauen in Deutschland nicht nur gehört, sondern wirksam beteiligt werden?
Mit:
Dr. Kamila Schöll-Mazurek, Polnischer Sozialrat
Oleksandra Bienert, CineMova e.V. / Allianz Ukrainischer Organisationen
Moderation: Lisa Jarzynski, angefragt
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Feministischen Sommerkongresses 2026 – fem*SK2026 – statt.
Feministischer Sommerkongress 2026 – Landesfrauenrat Berlin
Tickets: https://www.eventbrite.de/e/feministischer-sommerkongress-2026-tickets-1989395407216
