Stellungnahme – Kein Raum für Rassismus! Solidarität mit EOTO e.V.

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Was als wenige Stunden eines geschützten, solidarischen und empowernden Raumes gedacht war, konnte aufgrund rassistischer Anfeindungen und Gewaltdrohungen nicht stattfinden. Each One Teach One (EOTO) e.V. musste die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen absagen, um die Teilnehmenden zu schützen.

Das ist erschütternd! Und es ist nicht hinnehmbar!

Schutzräume sind keine Ausgrenzung. Sie sind keine Diskriminierung und sie sind schon gar kein Privileg. Es ist ein Privileg, sich nicht fragen zu müssen, ob man aufgrund rassistischer Zuschreibungen überall willkommen ist und sich sicher fühlen kannDeshalb braucht es Safer Spaces! Nicht, weil Schwarze Menschen andere ausschließen wollen, sondern weil sie Räume brauchen, in denen sie für ein paar Stunden nicht mit genau diesem Rassismus konfrontiert sind.Safer Spaces schaffen Möglichkeiten für Begegnung, offene Gespräche, Gemeinschaft, Empowerment und gegenseitiges Verständnis. Vor allem aber bieten sie Schutz und Sicherheit für Menschen, die tagtäglich von Alltagsrassismus, Diskriminierung und rassistischen Strukturen betroffen sind. Wer Safer Spaces kritisiert, sollte sich deshalb nicht zuerst fragen, warum Schwarze Menschen einen Raum für sich beanspruchen, sondern warum diese Räume überhaupt notwendig sind.

Die Antwort ist klar, weil Rassismus Realität ist!

Die repräsentative Studie „Being Black in the EU“ aus dem Jahr 2023 zeigt, dass Schwarze Menschen in Deutschland im europäischen Vergleich besonders häufig von Diskriminierung betroffen sind. Deutschland weist unter den untersuchten EU-Staaten die höchsten Werte bei berichteten Diskriminierungserfahrungen Schwarzer Menschen auf (vgl. Mediendienst Integration, 2026). Anti-Schwarzer Rassismus, rechter Hass, rassistische Bedrohungen und jede Form von Diskriminierung müssen klar benannt und entschieden verurteilt werden. Das gilt für uns alle und insbesondere für Politik und Verwaltung. Es darf nicht sein, dass diejenigen, die einen geschützten Raum schaffen wollen, sich selbst und die Teilnehmenden vor rassistischen Angriffen schützen müssen.

Ein Safer Space muss ein Safer Space sein!

Und deshalb braucht es jetzt mehr als Betroffenheit. Es braucht Haltung, Solidarität und konkretes Handeln.

Traurig und erschütternd ist letztendlich, dass Schwarzen Kindern und Jugendlichen nicht nur ein Safer Space genommen wurde! Ihnen wurde ein Freizeitangebot genommen und damit die Möglichkeit, Zeit miteinander zu verbringen, Spaß zu haben, sich auszutauschen und vor allem ganz selbstverständlich teilzuhaben. Es sollte um einige wenige Stunden gehen, in denen Kinder und Jugendliche schwimmen, lachen, sich begegnen und einfach eine gute Zeit miteinander verbringen können!

Warum sprechen wir darüber?

Weil wir es wichtig finden, diese Realität sichtbar zu machen und nicht schweigend darüber hinwegzugehen! Rassismus und seine Folgen dürfen nicht unsichtbar bleiben. Wir tragen als Gesellschaft Verantwortung dafür, rassistische Strukturen und Zustände zu benennen, sichtbar zu machen und ihnen ganz klar entgegenzutreten!

Für uns bedeutet das auch, solidarisch an der Seite von Migrant*innenoganisationen, Schwarzen Organisationen und vor allem an der Seite derjenigen zu stehen, die unmittelbar von Rassismus betroffen sind.

Gleichzeitig sehen wir auch eine Verantwortung gegenüber unserer eigenen Community! Wir wollen dazu beitragen, über Anti-Schwarzen Rassismus aufzuklären, die eigenen Privilegien und gesellschaftlichen Positionen zu reflektieren, Betroffenen zuzuhören und ihnen solidarisch zur Seite zu stehen!

Was können wir tun?

  • Zeigt Solidarität mit EOTO! Unterstützt die wichtige Arbeit auch finanziell!
  • Schreibt den politischen Verantwortlichen und fordert klare Solidarität und Unterstützung!
  • Macht Anti-Schwarzen Rassismus sowie jede Form von Diskriminierung sichtbar und widersprecht rassistischen Aussagen und Anfeindungen!
  • Macht Anti-Schwarzen Rassismus sowie jede Form von Diskriminierung sichtbar und widersprecht rassistischen Aussagen und Anfeindungen!
  • Sprecht in eurem Umfeld darüber, warum Schutzräume notwendig sind!
  • Informiert euch, hört Schwarzen Menschen zu und setzt euch aktiv mit euren eigenen Privilegien auseinander!
  • Unterstützt Organisationen und Initiativen, die sich tagtäglich gegen Rassismus und für Schwarze Menschen einsetzen!

Wer sich intensiver mit Anti-Schwarzem Rassismus, Critical Whiteness und der Frage auseinandersetzen möchte, warum weiße Menschen sich von Schwarzen Schutzräumen nicht „ausgeschlossen“ fühlen sollten, dem empfehlen wir unter anderem (Literaturempfehlungen):

Wir stehen solidarisch an der Seite von EOTO e.V. und allen Menschen, die sich tagtäglich gegen Rassismus, Diskriminierung und für sichere Räume einsetzen!

Verfasst von Chantal Chisley im Namen vom Polnischen Sozialrat e.V.