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Uber uns

Wir sind Immigranten in einer multikulturellen Stadt. Mehrheitlich kommen wir aus Polen, wir sind in verschiedenem Alter, vertreten verschiedener Weltanschauungen und Berufe und haben verschiedene Interessen und Fähigkeiten. Wir fühlen uns als Migranten, Polen, Deutsche, als Europäer. Es verbindet uns die Überzeugung, dass die verschiedenen Formen der sozialen Aktivitäten wichtig sind - sowohl für uns selbst, als auch für die Gesellschaft. Wir fühlen uns nicht wie die ausgeschlossenen, sehnsüchtig von der alten Heimat träumenden Immigranten, sondern als ein Bestandteil der multikulturellen Gesellschaft Berlins. Mit unserer Aktivität möchten wir unsere Umgebung mitgestalten und für die Verbesserung der Lebensumstände der Migranten sorgen. 

In der über 30 Jahre alten Geschichte des Polnischen Sozialrates haben wir Hunderten wenn nicht Tausenden Immigranten geholfen aus den Problemen herauszukommen und einen eigenen Platz in einem für sie fremden Land zu finden. Wir haben geholfen sich gegen Betrüger und Rücksichtlosigkeit der Behörden zu Wehr zu setzten. Aber auch haben wir zig Konzerte, Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert – mehr als die gesamten Polonia Vereine in Deutschland zusammen.. 
Unseren Besuchern und Seminaristen (Studenten, Polizisten, Beamten, Hochschullehrer) erklären wir die Schwierigkeiten und deren Hintergründe mit denen Immigranten konfrontiert werden - in einer neuen und für sie unbekannten Welt - und werben wir für das Verständnis und Empathie.

Individuelle Beratung stellt die Hauptform, aber nicht die einzige Form der Tätigkeit des Vereins dar. Auf der Basis der, in der alltäglichen Beratungsarbeit gewonnenen Informationen und Erfahrungen, wenden wir uns im Interesse der ImmigrantInnen an die Öffentlichkeit und beziehen kritische Stellung zu falschen politischen oder administrativen Entscheidungen. Gemeinsam mit kooperierenden Organisationen initiieren wir und führen Aktivitäten mit dem Ziel die Situation der ImmigrantInnen und deren Organisationen zu verbessern.

Unser Verein ist in verschiedenen Gremien vertreten. Unsere Vertreter sind als Experten in die parlamentarischen Ausschüsse und Beiräte einberufen. Wir sind total unabhängig und im Rahmen unsrer politischen Arbeit kooperieren wir mit allen im Parlament vertreten politischen Kräften. Wir suchen Verständigung mit Allen wenn ́s Gemeinsamkeiten gibt, scheuen aber keine Konflikte, wenn ́s nötig ist.

Wer wir nicht sind?

Wir sind keine Polonia-Funktionäre. Wir sind auch keine Nationalisten. Wir haben uns nicht hierarchisch organisiert und die Entscheidungen werden nicht vom Vorsitzenden, nicht vom Vorstand und nicht durch Abstimmung getroffen, sondern basisdemokratisch und durch Konsens.

Wir glauben nicht an Verschwörungstheorien und haben keine Angst vor „Germanisierung”. Wir pflegen nicht das Polentum und halten Nichts von der Nationalsymbolik. Wir suchen in einem Land, in dem wir leben, keine Feinde sondern Freunde.

Weil: der selbstbewusste und von Komplexen befreite Immigrant verliert nicht seine Identität aber bereit ist die Einflüsse der anderen Kulturen anzunehmen, weil die polyvalente Identität mit Sicherheit besser ist als eine xenophobe oder ambivalente.

 

Und: die polyvalente Identität mit Sicherheit besser ist als eine xenophobe oder ambivalente Identität. Der Polnische Sozialrat ist wie die Menschen, die sich an dessen Tätigkeiten aktiv beteiligen - also ist zu einem Vektor deren Vielfalt geworden. Den Bezugspunkt bilden die Bedarfe, aber auch das Interesse und die Fähigkeiten der „AktivistInnen”. Diese inkonstanten Komponenten führen zu ständigen Veränderungen der Schwerpunkte und Tätigkeitsfelder.

Was brauchen wir?

Wir brauchen finanzielle Mittel die dem Bedarf und Tätigkeitsumfang des Polnischen Sozialrates angemessenen sind. Der Mangel der adäquaten Mitteln erschwert die Professionalisierung der alltäglichen Arbeit. Die erhaltene Zuwendung deckt lediglich 10% des Aufwands. 

Wir brauchen aktive Menschen – von 700 Mitglieder sind nur lediglich 30 aktiv. Wir brauchen das Verständnis für das gemeinsame Interesse unter polnischen Immigranten in Berlin.

Wir brauchen das Verständnis für Probleme und Bedürfnisse der neuen ImmigrantInnen unter der Mehrheit der hiesigen Politik, Verwaltung und hiesigen Institutionen. Dieselben Defizite merken wir aber auch in der polnischen Politik.